Fragebogenaktion

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Mehr als 200 Niederfischbacher hatten sich im März an der Fragebogenaktion des SPD-Ortsvereins beteiligt. Die SPD verteilte rund 1.500 Fragebögen an die Haushalte. Darin wollten die Sozialdemokraten die Meinung der Bürgerinnen und Bürger zu aktuellen politischen Themen im Ort wissen. Auf der jüngsten Vorstandssitzung im Hotel Fuchshof wurden nun die Ergebnisse präsentiert.

„Wir waren positiv überrascht über die unerwartet hohe Zahl an Rückläufern“, freute sich Ratsmitglied Burkhard Jung als Initiator der Aktion. Man habe das deutliche Bedürfnis zur stärkeren Teilhabe an politischen Entscheidungen gespürt. Viele Teilnehmer hätten sich große Mühe bei den Antworten gegeben und teilweise mehrseitige Kommentare und Ergänzungen geschrieben. Darauf wies SPD-Mitglied Kai Dietzel hin, der federführend bei der Auswertung war.

Die meisten Kommentare entfielen auf die derzeitige Gestaltung des Bürgerparks. Hier waren 75 Prozent mit dem Erscheinungsbild unzufrieden. Kritisiert wurde vor allem die fehlende Gastronomie und nicht vorhandene Toilettenanlagen, aber auch die mangelnde Pflege und Sauberkeit wurden beklagt. Letzteres setzte sich bei der Gestaltung der Blumenbeete entlang der Konrad-Adenauer-Straße fort. „Ein sauberes Erscheinungsbild ist immer auch Aushängeschild einer Gemeinde, für Einwohner wie für Gäste“, meinte Ratsmitglied Ursula Leitner. So verwundert es nicht, dass über die Hälfte der Befragten den Ort nicht mehr attraktiv finden.

Zwei Drittel finden die Angebote für Jugendliche und junge Familien unzureichend. Fast ebenso viele sprachen sich für eine bessere Organisation des kulturellen Angebotes aus. In direktem Zusammenhang sieht die SPD die Frage nach mehr Engagement der Kommunalpolitik für den örtlichen Tourismus. 80 Prozent sind hier der Meinung, dass dies bislang nicht in ausreichendem Maße geschieht. Die vielen Kommentare zum Rückgang von Geschäften, aber vor allem der Gastronomie würden eine deutliche Sprache sprechen. Dabei habe zum Zeitpunkt der Umfrage niemand mit dem Großbrand im Ausflugslokal Haus Tüschebach rechnen können. „Das ist zunächst für die Betreiberfamilie ein schwerer persönlicher Schicksalsschlag, aber natürlich auch ein herber Rückschlag für den Tourismus in Niederfischbach“, zeigten sich die Genossen auf der Sitzung bedrückt. Es sei zu hoffen, dass dort wieder eine entsprechende Lokalität entsteht.

Ein „Aufreger-Thema“ unter den Föschbern sei die fehlende Weihnachtsdekoration im vergangenen Jahr gewesen. 81 Prozent der Teilnehmer an der Fragebogenaktion wünschten sich hier zukünftig mehr Einflussnahme seitens der Gemeinde. „Ein wichtiges Anliegen der SPD ist eine größere Unterstützung der Vereine insgesamt“, erklärte Ratsmitglied Jürgen Mockenhaupt. 67 Prozent befürworten dies. So sei es richtig gewesen, im Rat gemeinsam für die Unterstützung des Tierparks und des Sportplatzes zu entscheiden.

Ein klares Ergebnis brachte die Frage nach neuen Wohngebieten. Angesichts des demographischen Wandels und einer rückläufigen Bevölkerungsentwicklung waren nur 26 Prozent der Meinung, der Ort brauche ein weiteres Neubaugebiet.

Geteilt waren dagegen die Meinungen zu den Gewerbegebieten. 39 Prozent befürworteten eine Erschließung, 41 Prozent standen dieser ablehnend gegenüber. Für Fraktionssprecher Karl-Heinz Hombach ein deutliches Zeichen, dass Entscheidungen bei dem Thema nicht voreilig „über’s Knie gebrochen“ werden sollten. „Der Bedarf zur Schaffung neuer Arbeitsplätze muss im Zusammenhang mit den bereits vorhandenen Brachen gesehen werden, aber auch im Einklang mit Naturschutzbelangen und Anwohnern passieren“, meinte Hombach weiter.

Wesentlich deutlicher war das Meinungsbild wieder beim Thema Infrastruktur. Drei Viertel fordern einen Ausbau mit schnellem Internet. Ebenso vielen ist der teils desolate Straßenzustand ein Dorn im Auge.  Hier bremst Bernd Becker allerdings übertriebene Erwartungen: „Der allergrößte Teil liegt hoheitlich nicht direkt in Händen der Ortsgemeinde.“ Dennoch stehe man in der Pflicht, eine Sanierung in den entsprechenden Gremien eindringlich einzufordern.

Ein für die Sozialdemokraten aus dem Asdorftal leicht überraschendes Votum gab es beim Thema Windenergie. Zwar lehnte eine Mehrheit von 59 Prozent Windräder auf dem Giebelwald ab. „Gerade nach den öffentlichen Diskussionen in der zurückliegenden Zeit hätten wir hier aber ein höheres Ergebnis erwartet“, so SPD-Ortsvereinsvorsitzende Bettina Schwarz-Bender. Die Niederfischbacher Genossen werten dies als grundsätzliches Bekenntnis für eine Energiewende. Das zeige sich auch in dem von Zwei Dritteln der Teilnehmer geäußerten Wunsch nach mehr Verantwortung der kommunalen Politik beim Ausbau regenerativer Energien. Für die Föschber Genossen gehört dazu auch die energetische Sanierung von Gebäuden in öffentlicher Hand, wie die Grundschule am Rothenberg.

„Wir haben alle Beiträge aufmerksam gelesen und werden die Anregungen in unsere weitere politische Arbeit einfließen lassen“, versicherte SPD-Ortsbürgermeisterkandidat Bernd Becker. Angesichts der überwältigenden Quote von 90 Prozent, die mehr Bürgerbeteiligung bei wichtigen Entscheidungen auf kommunaler Ebene fordern, sei die Fragebogenaktion sicher nicht die Letzte dieser Art, zog Becker ein zufriedenes Fazit. Dass es die Sozialdemokraten mit der Bürgerbeteiligung ernst meinen, zeigt sich auch daran, dass die Ergebnisse fast eins zu eins ins Wahlprogramm aufgenommen wurden.

 
 

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